Impulse

Gedanken, die weiterführen.

Bücher, eigene Überlegungen und unterschiedliche Perspektiven auf Menschen, Kommunikation und Veränderung.

5 Dinge, die ich aus „12 Rules for Life“ gelernt habe

Als ich „12 Rules for Life“ von Jordan B. Peterson gelesen habe, waren es die Gedanken hinter den einzelnen Regeln, die bei mir hängen geblieben sind.

Es waren Gedanken über Verantwortung, Ordnung, Wahrheit und darüber, wie wir mit uns selbst und anderen umgehen.

Fünf davon möchte ich hier festhalten.

Was in deinem unmittelbaren Umfeld kostet dich jeden Tag ein bisschen Energie, obwohl du es eigentlich verändern könntest?
01

Räum zuerst dein Zimmer auf, bevor du die Welt kritisierst

Dieser Gedanke ist wahrscheinlich einer der bekanntesten aus dem Buch – und gleichzeitig einer, den man sehr wörtlich nehmen kann.

Die Ordnung in unserem Haushalt beschreibt häufig auch ein Stück weit die Ordnung in unserem Kopf. Wenn im Kopf ohnehin schon Chaos herrscht, muss nicht auch noch die eigene Umgebung ständig Energie kosten.

Dabei geht es für mich nicht darum, dass immer alles perfekt aufgeräumt sein muss. Sondern darum, sich zunächst um das zu kümmern, was unmittelbar vor einem liegt und was man tatsächlich beeinflussen kann.

Bevor ich versuche, die große Welt zu ordnen, kann ich mit der kleinen Welt anfangen, in der ich jeden Morgen aufwache.
02

Freunde dich mit Menschen an, die es gut mit dir meinen

Wir machen uns das Leben häufig selbst schon schwer genug. Da braucht es nicht zusätzlich ein Umfeld, das es uns noch schwerer macht.

Menschen, die es wirklich gut mit uns meinen, sagen dabei nicht zwangsläufig immer das, was wir hören möchten. Aber sie wollen, dass wir vorankommen.

Gute Freunde können einem manchmal einen Weg zeigen, den man selbst gerade nicht mehr sieht. Sie freuen sich über Entwicklung, statt sie kleinzureden, und bleiben nicht deshalb in unserem Leben, weil wir möglichst genauso bleiben sollen, wie wir sind.

Für mich bedeutet Freundschaft deshalb auch: Menschen um sich zu haben, die einem grundsätzlich in die richtige Richtung helfen wollen.
03

Geh davon aus, dass dein Gegenüber etwas weiß, das du nicht weißt

Vielleicht steckt hier für mich einer der wichtigsten Gedanken für gute Kommunikation.

Ich weiß, dass ich nicht weiß.

Wenn ich einem Menschen wirklich zuhöre, besteht immer die Möglichkeit, etwas zu erfahren, das ich vorher nicht wusste.

Dabei muss mein Gegenüber nicht einmal mehr wissen als ich. Vielleicht sieht er dieselbe Sache einfach aus einer Perspektive, die mir bisher gefehlt hat.

Für mich gilt deshalb: Fragen öffnen Türen. Aussagen schließen sie.

Gerade Gespräche über Themen, von denen man selbst wenig versteht, können interessant werden, wenn man nicht versucht, möglichst schnell selbst etwas dazu zu sagen.

Manchmal lohnt es sich einfach zu lauschen.

04

Steh aufrecht und mach die Schultern breit

Körperhaltung ist Kommunikation – nicht nur gegenüber anderen, sondern auch gegenüber uns selbst.

Fragt man jemanden, wie ein trauriger Mensch aussieht, wird vermutlich kaum jemand einen aufrechten Menschen mit erhobenem Kopf und breiten Schultern darstellen.

Fast automatisch machen wir uns kleiner, lassen die Schultern hängen und senken den Blick.

Körper und Psyche sind keine vollständig voneinander getrennten Systeme. Wie wir uns fühlen, beeinflusst unsere Haltung – und unsere Haltung kann wiederum beeinflussen, wie wir uns erleben.

Für mich steckt deshalb in dieser Regel vor allem eine Aufforderung zur Bewusstmachung: Wie stehe ich da? Wie bewege ich mich? Wie trete ich meiner Umwelt entgegen?

Auch das ist Kommunikation.

05

Vergleiche dich mit dem, der du gestern warst – nicht mit irgendwem von heute

Des Glückes Tod ist der Vergleich.

Ganz ohne Vergleiche kommen wir vermutlich nicht aus. Unser Gehirn vergleicht ständig.

Problematisch wird es dort, wo daraus ein permanenter Blick auf andere entsteht.

Jemand ist erfolgreicher. Jemand verdient mehr. Jemand sieht besser aus. Jemand scheint weiter zu sein.

Aber schon das eigene Leben ist komplex genug. Wenn ich wissen möchte, ob ich mich entwickle, gibt es einen Vergleich, der wesentlich näher liegt: mich selbst.

Bin ich heute ein Stück weiter als gestern? Habe ich etwas verstanden, das ich vorher nicht verstanden habe? Habe ich etwas verändert, das mich gestört hat?

Vergleiche können Orientierung geben. Nach außen gerichtet können sie aber auch destruktiv werden – etwa wenn aus ihnen Neid oder das Gefühl entsteht, grundsätzlich nicht genug zu sein.

Der sinnvollere Maßstab liegt deshalb vielleicht weniger neben uns als hinter uns.
Was für mich bleibt

Nicht jede Regel muss man übernehmen, um etwas aus ihr mitzunehmen. Interessant wird ein Gedanke für mich dort, wo er eine Frage öffnet, die auch nach dem Zuschlagen des Buches noch bleibt.