Vielleicht wird ein Problem nicht kleiner, wenn wir länger darauf schauen. Manchmal hilft es mehr, den Blick vom Hindernis auf den nächsten möglichen Schritt zu richten.
Probleme fühlen sich selten gut an.
Sie stören, bremsen, verunsichern oder werfen etwas durcheinander, das vorher vielleicht noch klar erschien.
Interessant finde ich deshalb die ursprüngliche Bedeutung des Wortes „Problem“.
Das griechische próblēma bedeutet sinngemäß: das Vorgelegte – das, was vor einem liegt.
Vielleicht verändert sich schon etwas, wenn wir ein Problem nicht nur als etwas betrachten, das möglichst schnell verschwinden soll.
Sondern als etwas, das gerade vor uns liegt.
Der Blick bleibt oft am Problem hängen
Wenn etwas schwierig wird, entstehen schnell Fragen wie:
Warum ist das passiert?
Warum gerade jetzt?
Warum bekomme ich das nicht hin?
Warum ist das alles so kompliziert?
Diese Fragen können durchaus sinnvoll sein.
Aber wenn ich immer wieder nur auf das Hindernis schaue, kann es in meinem Kopf immer größer werden, ohne dass dadurch automatisch eine Lösung entsteht.
Kann ich etwas verändern?
Brauche ich mehr Informationen?
Muss ich eine Entscheidung treffen?
Oder braucht es vielleicht Zeit, bevor überhaupt eine Antwort möglich ist?
Nicht alles lässt sich lösen
Der Satz „Es gibt keine Probleme, nur Lösungen“ klingt zunächst sehr schön.
Aber ganz so einfach ist das Leben vermutlich nicht.
Vergangenes lässt sich nicht verändern. Andere Menschen lassen sich nicht kontrollieren. Manche Antworten kennen wir erst später. Manche vielleicht nie.
Auch dann bleibt aber etwas, das wir beeinflussen können:
Ein Problem bleibt damit vielleicht weiterhin vor uns liegen.
Aber wir stehen nicht mehr nur davor.
Wir beginnen, damit weiterzugehen.